Förderverein Johanniskirche Plön e.V.

Detaillansicht der Bänke im Inneren der Johanniskirche in Plön

Zur Baugeschichte der "Kleinen Kirche"

Historische Hintergründe
Das Äußere der Kirche
Der Innenraum

Kunstgeschichtliche Beschreibungen

Das Altarkreuz
Die Taufe
Die Wandleuchter
Der schwarze Trompeter

Erbaut wurde das barocke Fachwerk-Kirchlein mit dem charakteristischen Glockenturm im Jahr 1685 auf Veranlassung des Plöner Herzogs Hans-Adolf für die Bediensteten und Handwerker am Herzoglichen Hof. Für sie, aber auch für religiös Verfolgte aus dem ganzen Reich, stellte der Herzog Baugrund vor den Toren Plöns - der Plöner Neustadt - zur Verfügung und gab den Neuansiedlern dazu mit dem Bau der Johanniskirche eine geistliche Heimat.

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Diese wurde als schlichte Fachwerk-Hallenkirche mit einem polygonalen Chorabschluß errichtet (Grundmaße: 18m Länge, 9 m Breite, 5m Höhe). In Fachwerk war auch die Westwand aufgeführt, doch wurde diese wegen der Verwitterungen im 19. Jahrhundert gänzlich mit Rotstein vermauert. Größere Veränderungen erfolgten im 19. Jahrhundert am Äußeren der Kirche. So sind die ursprünglich rechteckigen Fenster und die Eingangstür spitzbogig überformt worden. Die Modeerscheinung der Neugotik hat auch im Inneren der Kirche für die typische Ornamentik gesorgt, sichtbar an den Balustraden der Emporen, an der Kanzel und den Bankwangen.

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Eine Besonderheit in dieser Region ist die Einheit von Altar, Kanzel und Orgel. Die Evangelische Kirche versteht dies als Ausdruck der gemein-samen Verantwortung für die Verkündigung des Evangeliums im Abendmahl (Altar), durch den Predigtdienst (Kanzel) und die "musica sacra" (Orgel).

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Die "Kaiserzeit", besonders die Jahre von 1890 bis 1910, hinterließ nachhaltige Spuren in unserer "Kleinen Kirche": Die letzte deutsche Kaiserin, Auguste Viktoria, stiftete für jeden ihrer sechs Söhne, für ihre Tochter und sich selbst je einen Wandleuchter (Blaker). Zur Erinnerung an die Prinzen, sind ihre Namen und die Daten ihres Plön-Aufenthaltes im oberen Teil der Wandleuchter eingraviert. (Neben einer landwirtschaftlichen Grundausbildung auf der sog. Prinzeninsel beendeten die Söhne des Kaisers ihre gymnasiale Schulausbildung in Plön). Ursprünglich mit Wachskerzen bestückt, sind die Wandleuchter derzeit noch elektrifiziert; eine Aufarbeitung steht bevor.

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Von kunsthistorischer Bedeutung sind das Altarkreuz und die Taufe. Beide stammen aus der Gründungszeit der Kirche, doch sind die Namen der Holzschnitzer nicht überliefert. Das Kruzifix ist im Stil der "Ahrensböker Astkreuze" gefertigt. Kreuze dieser Stilrichtung wurden geschaffen unter anderem für die Kirchen in Ahrensbök und Curau und anderen Dörfern, die damals zum Herzogtum Plön gehörten. Merkmale sind das Kreuz in Baum-Form, der tief hängende Corpus mit zur Seite geneigtem Kopf, die anatomische Genauigkeit und die Fixierung der Hände und Füße mit vier Nägeln.

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Bemerkenswert für das Plöner Kruzifix ist das schöne, entspannte Gesicht Jesu. Der Kopf trägt keine Dornenkrone. Nicht das Leiden, sondern die Überwindung des Leidens steht im Vordergrund. Diese Deutung wird verstärkt durch die goldene Fassung des Gekreuzigten. Das himmlische Licht scheint ihn zu durchstrahlen. Er hat die Welt überwunden. Am Fuß des Kreuzes ist mit einem Totenschädel und Knochen Golgatha ("Schädelstätte") angedeutet. Als Symbol des Bösen zeigt sich eine züngelnde Schlange. Beides, Tod und die Mächte des Bösen, hat Jesus Christus durch seinen Opfertod besiegt.

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Die Taufe ist eine Akanthus-Barock-Schnitzerei. Ihre Form gleicht einer großen Diestel-Pflanze. Wenn der Deckel aufliegt, wirkt sie wie eine Knospe, abgenommen, wie erblüht. Ein Bild für das Erblühen des Glaubenslebens nach der Taufe. An den drei Füßen des Holzschnitzwerks sind als Zeichen widergöttlicher Mächte gefangene Reptilien zu erkennen. Die Sakrament der Taufe ist das Heilsgeschehen, das die Menschen von der Macht des Bösen befreit.

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